Mittwoch, 16. August 2017

[Freizeit] Nachts in der Buchhandlung

Huhu ihr Lieben! :)


Fragt ihr euch auch manchmal, wie Menschen in der damaligen Zeit ohne unseren ganzen Schnickschnack lebten? Wie tauscht man zum Beispiel seine viel zu große Büchersucht mit anderen Menschen aus ? Woher die Anregungen, das Lesefieber und schlaflose Nächte, weil man genau DAS richtige Buch empfohlen bekommen hat ?
Was soll ich sagen... Die Menschen gingen wohl auf die Straße, um sich ganz altmodisch mit anderen auszutauschen. Und genau so ging es mir vergangenen Monat. Ich trat einen gewagten Schritt vor die
Tür, atmete dieses komische Zeugs namens Luft ein und ging schnellen Schrittes ... nein Halt, das wäre zuviel des Gutes... ich nahm also das Auto und fuhr in die benachbarte Stadt.
Dort - in Pulheim - fand im Februar diesen Jahres zum ersten Mal "Nachts in der Buchhandlung" statt. Nachdem leider ein Termin ausgefallen ist, stand mein "erstes Mal" bevor. Ich parkte mein Auto bequem vor der Tür und klopfte erwartungsvoll an die Tür. Dort wurde ich super lieb empfangen. Ich war ein paar Minuten zu früh dran und die Verkäuferin wollte eigentlich noch etwas erledigen. Ich bot ihr also an, noch ein paar Minuten zu warten, wurde aber freundlich reingewunken. Kurz darauf wurden mir ein paar Salzstangen und ein leckerer Sekt angeboten. Mmh, lecker. Aber ich war ja nicht dort, um mein nicht vorhandenen kulinarischen Wissen auszupacken, sondern der Bücher halber.
In kürzester Zeit füllte sich die kleine Buchhandlung, doch nicht zu sehr. Es gab zwei Räume, einer ausgestattet mit einem bequemen Lesesessel, so hatte jeder genügend Platz. Nach und nach kam ich mit Jedem mal ins Gespräch, stöberte mich durch die Bücher und fand einige Schätze. Leider waren viele dort zu Zweit, sodass die Personen sich ein wenig abgeschottet haben, da sie sich schon kannten.
Letzten Endes konnte ich in einige tolle Bücher und auch Genres reinschnuppern und kam nicht drum herum, mir ein Buch zu kaufen, zudem ich wohl nicht gegriffen hätte, ohne vorher mal in aller Ruhe reinschnuppern zu können: "Bella Germania" von Daniel Speck. Vermutlich hätte ich, wie immer, etwas aus der Fantasy-Abteilung gegriffen.
Der Tag hat mir viel Freude bereitet und ich möchte gerne wieder dorthin. Wer in der Nähe von Köln wohnt, sollte dringend mal vorbeischauen! Soweit ich weiß, soll es einen neuen Termin Ende Herbst/Anfang Winter geben. An alle anderen: Sprecht doch mal mit euren Buchhandlungen, ob sie Lust auf so etwas hätten! Ich fand die Idee großartig und habe mich gefreut, dass ich dabei sein konnte. Ich finde es schade, dass bislang nur wenige Leute in diesen Genuss kommen können, also nehmt euch ein Buch, legt es vor euren Lieblingsverkäufer auf den Tisch und schwört auf das heilige Buch in eurem Bücherregal, dass ihr so etwas auch mal erleben wollt! :)

Würdet ihr euch über so eine Aktion in eurer Nähe freuen oder findet ihr auch tagsüber genug Ruhe, um in Buchhandlungen zu stöbern und reinzulesen?



Samstag, 5. August 2017

[Rezension] Antonia Michaelis - Die Worte der weißen Königin

Verlag: Oetinger
Reihe: /
Seiten: 272
Kauf Verlag: Kindle - Taschenbuch
Kauf Amazon: Kindle - Taschenbuch - Gebunden nur gebraucht

Inhalt

Niemanden beneidet Lion mehr als die Seeadler, wenn er sie beobachtet, wie sie hoch am Himmel kreisen, frei und glücklich. Bei ihm zu Hause, in dem Dorf an der Ostsee, gibt es nicht viel, auf das man neidisch sein könnte. Immer häufiger verwandelt sein Vater sich im Alkoholrausch in den gewalttätigen schwarzen König. Als Lion es nicht mehr aushält, flüchtet er in den Wald zu den Adlern. Doch das Leben dort ist hart, und immer wieder denkt Lion an die weiße Königin, die alte Frau, die ihm einst so wunderbar vorgelesen hat. Durch sie hat er den Zauber der Worte, ihre Wärme und Kraft entdeckt.


Meine Meinung

Geschichte

Zunächst wusste ich nicht, was mich erwartet. Der Titel klingt nach einer Fantasy-Geschichte, doch der Klappentext sagt etwas anderes aus.
Letzten Endes durfte ich eine tiefgründige, sehr an den Nerven zerrende Geschichte erleben. Der Inhalt des Buches sagt soviel aus. Hoffnung in der Schwärze, Freundschaft in der Hoffnungslosigkeit, Vertrauen in der Bodenlosigkeit.
Bewegend fand ich vor allem, in die Welt von Lion einzutauchen. Einem kleinen Jungen. Ich habe immer das Problem, das Kinder eines jungen Alters immer mehr können, als für das Alter gewöhnlich ist. Doch bei Lion wirkte alles realistisch und vor allem verlor ich nie sein Alter aus den Augen. Kindliche Fantasien, Wünsche und Ängste flossen in die Geschichte. Der kleine Lion, auf der Suche nach Worten. Bewegenden Worten einer Frau, die seine Kindheit prägte.
Gegen Ende möchte ich von keinem Höhepunkt reden, denn das ganze Buch war ein einziger, mitreißender Höhepunkt. Lions Schicksal scheint immer auswegloser. Die Wahrheit zu kennen erdrückt den Leser eher, als etwas vorweg zu nehmen. Das Ende war berührend, schön, doch leider oftmals kein Realismus. Dennoch kann ich es jedem empfehlen.

Charaktere

Die ganze Geschichte verfolgt man den kleinen Lion auf seiner Reise. Sein Geist ist stark, in seinem Alter muss er schon viel erleben. Normalerweise ist es der charakterliche Aspekt der auffällt in einem Buch, doch hier ist es der mentale. Tief in die Seele zu blicken war eine neue Erfahrung.
Jeder der Charaktere hatte Magie an sich hängen. Helle oder Dunkle. Jeder hatte eine einzigartigen Rolle in der Geschichte.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben ist das Buch in einem harmonischen, tief berührenden Stil. Die Autorin spielt mit Worten, so wie es die weiße Königin tut. Sie sind magisch, berührend, einzigartig.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Lion.

Cover & Titel

Das Cover transportiert die Magie der Worte im Inneren des Buches. Dieser glänzende Schimmer auf der Wasseroberfläche, obwohl dieser von Dunkelheit umhüllt ist. Die Wellen die schlagen, vermutlich ausgelöst von einem einzigen Stein. Situationen, ausgelöst durch eine einzige Szene. Auf der Rückseite sieht man Lions Seeadler, der mir vorne etwas gefehlt hat, aber er ist dort.
Auch der Titel ist gut gewählt. Sofort wird man in Lions Welt mitgenommen. Die ersten Worte, die man aus seiner fantasievollen Welt erfährt.

Zitat



" >>Jetzt bist du völlig übergeschnappt<<, sagte Olin. Ich sah ihre Füße aus einem Apfelbaum hängen.<< 
>>Ja, jetzt bin ich wohl völlig übergeschnappt<<, sagte ich. >>Ist das nicht wunderbar?<<"

- Seite 174

Fazit

Eine tief berührende Geschichte, die mich sofort fesseln konnte und mich mit dem harmonischen Wortklang sofort in eine andere Welt führte. Nach Beendigung brauchte ich erstmal eine Pause für die Seele. Das Buch ist absolut empfehlenswert. Lest es!



Donnerstag, 3. August 2017

[Rezension] Chris Aslan - Alabaster

Verlag: scm
Reihe: /
Seiten: 240
Kauf Verlag: eBook - Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Als Maryams Vater einem sterbendem Leprakranken beisteht, schenkt ihm dieser einen Alabasterkrug mit unbezahlbar kostbarem Duftöl. Ein Vermögen für die Familie, die am Rande der Dorfgesellschaft lebt.
Doch der Krug bringt Unheil: Der Vater steckt sich mit Lepra an und muss das Dorf verlassen, Maryam und ihre Geschwister werden zu Aussätzigen. Doch dann erscheint Hoffnung: Gerüchte fliegen durchs Dorf über einen Wunderdoktor, der durchs Land
zieht. Es kommt zu einer Begegnung, die Maryams Leben und das ihrer Geschwister für immer auf den Kopf stellt. Die ergreifende Geschichte einer starken Frau, die sich nicht mit ihrem Schicksal
abfindet



Meine Meinung

Geschichte

Vorweg ist zu sagen, dass diese Geschichte auf einer biblischen Geschichte basiert und auch viel mit Glauben zu tun hat. Ich persönlich bin neutral auf diesem Gebiet und wollte mich von der Geschichte überraschen lassen, ohne Vorurteile.
So viel mir der Anfang auch sehr leicht. Zunächst schwankt die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit der Protagonistin. Die Kapitelanfänge sind jeweils aus der Gegenwart, doch vergas ich das oft, da der Zeitenwechsel nicht deutlich erkennbar war.
Die Lebensweisen und vor allem Glaubensmuster von damals - und teilweise noch heute - konnten mich immer wieder erstaunen. Zu lesen, was alles als unrein gilt und das die Leute tatsächlich danach leben, ist für meine deutschen Verhältnisse erstaunenswert.
Die Kapitel sind vielfältig und obwohl das Leben in dem Dorf sehr simpel ist, erlebt man immer wieder Abenteuer durch erschreckende Wahrheiten. Durch Schicksale, die oftmals gar nicht so selten vorkommen. Dadurch konnte das Buch mich fesseln und ich las es mit wenigen Pausen aus.
Als dann der Wunderdoktor gegen Ende eingebunden wurde, erhielt die Geschichte ihren letzten Schliff. Der Glauben rückte enorm in den Vordergrund, doch auch die Geschehnisse spitzten sich zu und brachten mir viel Lesefreude.
Einzig und allein die Emotionen der Protagonistin gegenüber des Vaters haben mir letzten Endes etwas gefehlt.

Charaktere

Alleine in der Familie der Protagonistin Maryam gab es viele unterschiedliche Charaktere. Jede Kleinigkeit beeinflusste die Leute damals, da ihr Glauben groß war. Während des Buches merkt man erst richtig, wie sehr der Glaube die Leute beeinflussen, zueinander und voneinander weg führen kann. Ich fand die Persönlichkeiten richtig gut dargestellt und liebte Maryam für ihre Stärke. Doch auch die Nebenfiguren zeigten Stärke, die nicht unterging.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen und unerwartet mitreißend. Obwohl viel alltägliche Dinge geschehen, kam ich nicht von dem Buch los, da sie so realistisch beschrieben wurden, so mitfühlend, dass die Emotionen in mir hoch kamen oder der Schock mich einnahm.
Geschrieben ist das Buch aus Maryams Sicht in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Das Cover ist eine einzige Augenweide, ich liebe es. Es ist einfach komplett anders, als die Cover, die man alle so kennt. Der Schatten der Person, umwunden von einer Pflanze, die golden schimmert, als wäre sie aus der Flüssigkeit, die in dem Gefäß ruht, was die Person hält. Das Cover strahlt eine Ruhe und Schönheit aus.
Der Titel bringt den Inhalt auf den Punkt, um den es geht. Ein kleines Gefäß, ein kleines Objekt, welches einen so großen Stein ins Rollen bringt.

Zitat

"Natürlich gebe ich dir keine Schuld daran, mein Kind. Schau, Männer sind wie Händler, sie kaufen die Regeln auf, als hätten sie alles Geld der Welt, und dann müssen die Frauen als Kamele herhalten und die Lasten für sie schleppen." 
- Seiten 77

Fazit

Eine wirklich mitreißende Geschichte, die das Leben der damaligen Zeit, mit einem strengen Glauben, gut darstellt. Viele atemraubende Szenarios, tolle Charaktere. Wer jedoch dem Glauben abgeneigt ist, der sollte sich bewusst sein, dass dieser eine große Rolle spielt.




Dienstag, 1. August 2017

[Rezension] Edwidge Danticat - Kein anderes Meer

Verlag: Aufbau Taschenbuch
Reihe: /
Seiten: 256
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: Kindle - Gebunden - Taschenbuch

Inhalt 

Claire verschwindet an ihrem siebten Geburtstag spurlos am Strand von Ville Rose auf Haiti. Ahnt sie, dass ihr Vater Nozias sie heute fortgeben will? Nach dem Tod von Claires Mutter kümmerte er sich allein um seine Tochter, doch dem armen Fischer fällt es immer schwerer, für ihren Unterhalt aufzukommen. Deshalb hofft er, dass Claire bei der reichen Tuchhändlerin Gaëlle ein besseres Leben hab wird. Aber Claire versucht mit aller Macht, sich dieser Trennung zu widersetzen und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.




Meine Meinung

Geschichte

Kein anderes Meer, aber viele verschiedene Geschichten warten auf einen. Im Schicksal verbunden.
Entgegen des Klappentextes dachte ich, dass die Geschichte sich um die kleine Claire handelt, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Doch die Geschichte dreht sich eher um sie herum. Ein jedes Kapitel erzählt von einem prägenden Ereignis in dem Leben der erzählenden Person. In dieser Szene spielte ein anderer Mensch eine wichtige Rolle, der dann im nächsten Kapitel behandelt wird. So zieht sich die Geschichte durch das ganze Buch, bis am Ende noch einmal von Claire berichtet wurde. Eigentlich hat es aber nichts mehr mit ihr zu tun.
Die einzelnen Geschichten sind spannend zu lesen und mich haben sie alle gefesselt. Sie sind einfallsreich und nicht alltäglich und zeigt, dass jeder Mensch seine Geheimnisse mit sich rumträgt und wie unterschiedlich die Menschen über gleiche Ereignisse denken.
Das Ende widmete sich dann wieder Claire und man erfuhr, was aus ihr geworden ist. Das hat für mich auch zwangsläufig zur Geschichte gehört.

Charaktere

Die Geschichte besteht aus vielen Charakteren, die alle von Grund auf unterschiedlich sind. Ich konnte gut nachvollziehen, warum die Personen so gehandelt haben und wie sie so geworden sind. Dennoch konnte man nur schwer eine Beziehung aufbauen, da sie wieder so schnell verschwanden.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war recht angenehm und teilweise sehr poetisch, trotzdem konnte er mich nicht in eine andere Welt befördern und so las ich eine Geschichte, die zwar schön, aber nicht mitreißend war.
Geschrieben wurde das Buch in der dritten Person, in jedem Kapitel eine andere.

Cover & Titel

Das Cover liebe ich sehr. Es ist so exotisch und passt zum Handlungsort. Trotzdem habe ich im Buch wenig von der Kulisse mitbekommen, da diese wenig detailliert beschrieben wurde.
Den Titel finde ich halbwegs passend, er ist wenig selbsterklärend. Ich interpretiere ihn so, dass es für keine Person in der Geschichte ein anderes Meer - einen anderen Weg - gibt.

Zitat 

"Der Name war so heiter, wie er klag. Es war ein Name, den man voller Liebe aussprach, den man seiner Liebsten in der Nacht vor der Geburt des gemeinsamen Kindes ins Ohr flüsterte. [...] Es war ein Name, wie man in Gedichten oder Liebesbriefen oder Liedern fand. Es war ein Name der Liebe, nicht der Rache. Es war ein Name, den man voller Hoffnung rufen konnte. Es war ein Name, der die Macht besaß, die Sonne aufgehen zu lassen."
- Seite 130

Fazit

Eine Geschichte, die viel zu bieten hat. Sie ist tiefgründig und lässt einen viele Facetten des Lebens anblicken. Doch leider hatte es nicht mehr der erwarteten Geschichte zu tun und sie ging somit stark unter. Der Bezug zu Personen viel durch ständigen Perspektivenwechsel schwer.


Samstag, 29. Juli 2017

[Rezension] Kim Leopold - Ascheblüte

Verlag: Amrun
Reihe: How to be happy, Band 1 (einzeln lesbar)
Seiten: 470
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: Kindle - Gebunden

Inhalt

Vor fast zwei Jahren hat Ash New York verlassen und ist nach Toronto gezogen, um dort sein Glück zu finden. Seine Geschichte hat er in einem Buch verarbeitet, das zum Bestseller geworden ist. Seitdem leidet er an einer Schreibblockade und bringt nichts Neues zustande. Als sein Verlag in Gestalt von Camille einen neuen Roman fordert, bucht er spontan ein Ticket nach Irland, um das zu tun, was er am besten kann: Davonlaufen.

Camille bekommt die Chance ihres Lebens: Um sich einen Job im Lektorat zu sichern, soll sie Ash zu einem neuen Buch überreden. Als er ein Ticket nach Irland bucht, folgt sie ihm kurzerhand. Denn nur mit seiner Hilfe kann sie sich aus ihrer persönlichen Hölle befreien.


Meine Meinung

Geschichte 

Ans Buch setzen, aufklappen, eine Seite lesen, gefangen sein.
Dieses Buch ist einfach träumerisch und hat sich auf dem schnellsten Weg in mein Herz gebahnt. Schon den Vorgänger mochte ich sehr, doch die Reihe ist auch einzeln lesbar.
Die Geschichte fängt an mit liebenswürdigen Charakteren, bei denen man sofort weiß, wo man dran ist. Ohne viel zu sagen erschafft die Autorin eine Aura um ihre Schützlinge, durch die man sofort erkennt, wer diese wirklich sind. Und das ist keinesfalls negativ.
Man begleitet diese Charaktere auf einer Reise gepaart mit Angst, Hoffnung, Frustration, Freude, Liebe, Glück und aus einem Job wird bald weitaus mehr.
Auf einer realistische Weise kommen sich die Charaktere näher, nie war mir etwas zu viel oder zu wenig, die perfekte Mischung herrschte.
Getarnt durch die Erlebnisse, lässt die Autorin ihre Botschaften durchdringen, wie man denn nun glücklich ist. Dieses Buch ist kein Ratgeber und drängt auch nicht in den Vordergrund, was man tun muss, um glücklich zu sein. Man spürt es einfach während des Buches. Man spürt, welche Veränderungen einen glücklich machen, was die Seele erleichtert und uns vor Freude springen lässt.

Charaktere

Wer Ash schon aus dem vorigen Band kennt, der wird ihn lernen, noch mehr zu lieben... Ja, das ist tatsächlich möglich. Wer ihn noch nicht kennt, wird ihn lieben. Ash ist ein Mann, der seine Macken hat, wie jeder. Doch vor allem seine einfühlsame Seite schlägt durch und die macht ihn zerbrechlich, doch Mann bleibt Mann, er möchte stark wirken, beziehungsweise sich von der Welt schützen. Dieser Zwiespalt erweckte in mir den Beschützerinstinkt und den In-Arm-Nehmen-Reflex.
Camille - ein wirklich schöner Name - ist lebensfroh und lässt sich nicht unterkriegen. Doch auch bei ihr ist die Fassade hochgezogen. Wie im realen Leben, lernt man als Leser erst ihre äußere, fröhliche Fassade kennen, doch je tiefer man im Buch ist, desto mehr öffnet sie sich.
Allgemein schafft die Autorin viel Individualität und zeigt auf, was Geschehnisse in einem verändern können.

Schreibstil & Sichtweise

Das Buch glänzt durch einen angenehmen Schreibstil, der einen in sekundenschnelle in alle emotionale Lagen bringen kann und einen zu anderen Orten trägt.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Camille und Ash.

Cover & Titel

Ich liebe die Farben des Covers. Das grün ist sehr hübsch. In der Mitte sieht man ein Zelt, da die Charaktere campen gehen, dahinter Nacht. Farblich strahlt es für mich eine lauwarme Sommernacht aus. Die untere Seite des Buches ist grün verdeckt, es stellt Bäume dar. Die Inszenierung der Natur gefällt mir sehr gut. Malerisch und realistisch zugleich.
Den Titel Ascheblüte definiere ich für mich selbst so, dass aus der Asche, eine Blüte entstehen kann oder selbst die Asche etwas schönes wie eine Blüte enthalten kann. Er wirkt auf jeden Fall durchdacht und ist einzigartig.

Zitat

"Ich balle die Hände zu Fäusten und wende den Blick ab, weil ich sie sonst garantiert in den Arm ziehen würde, um sie zu trösten. Und wenn ich sie erst in meinem Arm habe, würde ich sie wahrscheinlich nie wieder gehen lassen."
- Seite 141

Fazit

Buch für Buch schleicht sich die Reihe in mein Lieblingsarsenal. Ich würde sie jedem weiterempfehlen. Vor allem dieses glänzt mit einer Natürlichkeit, mit der sich jeder vergleichen kann. Einfach zum abschalten und wegträumen.


Donnerstag, 27. Juli 2017

[Rezension] C.J. Daugherty und Carina Rozenfeld - Secret Fire, Die Entfesselten

Verlag: Oetinger
Reihe: Secret Fire, Band 2 von 2
Seiten: 448
Kauf Verlag: eBook - Gebunden
Kauf Amazon: eBook - Gebunden

Inhalt 

Wenn ein Fluch dein Schicksal ist, vertrau‘ auf die Liebe! Taylor und Sacha haben im St. Wilfred College Zuflucht gefunden. Hier sucht man fieberhaft nach einer Möglichkeit, die furchterregenden Todbringer zu vernichten. Nur noch wenige Tage bleiben bis zu Sachas 18. Geburtstag, dem Tag, an dem er sterben wird, falls die zwei es nicht schaffen, den uralten Fluch zu bezwingen. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der von Sacha und Taylor verlangt, sich dem zu stellen, was sie am meisten fürchten, um nicht zu verlieren, was sie am meisten lieben.




Meine Meinung

Allgemein

Das sich meine Meinung oft mit anderen spaltet, erkennt man mal wieder an dieser Dilogie. Während viele von Band 1 begeistert waren, fand ich es zu klischeehaft. Während viele von Band 2 enttäuscht waren, war ich begeistert.
Trotz meiner nicht so positiv ausfallenden Kritik zum ersten Teil, gab ich dem Finale der Reihe eine Chance und erneut merke ich: So etwas lohnt sich!
Spannend beginnt das Buch bereits und genau diese zieht sich durch das komplette Buch bis zum Ende. Die Situationen waren abwechslungsreich und großteils nachvollziehbar. Und obwohl ich teilweise noch immer Parallelen zu anderen, bekannten Bücher entdeckt habe, so machten mir diese nichts mehr aus, da die Geschichte so viel mehr bot.
Fasziniert hat mich, wie die Autorin es immer wieder schaffte, dass ich mich um den Charakter Sacha sorgte. Obwohl ich als Leser sein Schicksal kannte und wusste, was ihm zustoßen kann und was nicht, so saß ich dennoch immer fiebernd vor dem Buch.
Die Sahne auf dem Tortenbuch war definitiv die Sprache. Wenn ich Bücher lese, vergesse ich oft, dass diese nicht in Deutschland spielen, doch hier wurde man durch immer wiederkehrende und bekannte französische Ausdrücke in der Welt Frankreichs gehalten.
Nur ein Aspekt ging mir etwas verloren: Die Einzigartigkeit von Taylor. Es wird immer wieder betont, dass nur sie alles verändern kann und das ihre Kräfte außergewöhnlich sind. Das waren sie auch, doch stach diese Bedeutung nicht hervor und blieb oberflächlich.

Charaktere

Die Autorin schafft einzigartige Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind. Im Vorgänger hatte ich noch keine große Beziehung. Sacha war mir zu sehr der BadBoy, dem alles egal ist und Taylor nichts besonderes. Doch beide mausern sich zu einer Persönlichkeit, die ich nicht vergessen möchte.
Am meisten gefiel mir jedoch Louisa, der man den typischen "harte Schale, weicher Kern"-Aussage anhängen kann. Ihre persönliche Wandlung war nicht zu aufgesetzt, realistisch und nahm mich ein.

Schreibstil & Sichtweise

In diesem Band herrscht permanente Spannung. Von Anfang bis Ende zieht sich diese permanent durchs Buch, sodass ich sogar um Charakter Sacha bangte, dessen Schicksal man als Leser ja schon kennt.
Durch immer wiederkehrende französische Bezeichnungen und Hinweise auf Taylors Akzent, bleibt das Gefühl eines anderen Landes aufrecht und erinnert einen immer wieder daran, wo die Handlung spielt.
Geschrieben ist das Buch in der dritten Person, aus Taylors Sachas und Louisas Sicht.

Cover & Titel

Das Cover gleicht dem ersten stark. Erneut ist der Kopf in der Mitte, vermutlich von Taylor, umrahmt von Symbolen und dem Tier oben links in der Ecke. Die Farbe ist nun ein schönes grün, nicht wie im Internet vermutbar blau. Das Cover ist nicht individuell auf das Buch zugeschnitten. Im groben, ganzen passt es aber zum Buch.
Auch der Titel passt, da jeder in diesem Buch Kräfte hat, die er entfesselt. Magisch oder einfach mental.

Zitat

"Was hat das Leben für einen Sinn, wenn du den Tag kennst, an dem du sterben wirst?" 
- Seite 222

Fazit

Durch den zweiten Band wurde die Dilogie lesenswert für mich. Die Handlung bleibt konstant spannend und die Charaktere wuchsen mir ans Herz.


[Rezension] Laura McVeigh - Als die Träume in den Himmel stiegen

Verlag: Fischer
Reihe: /
Seiten: 352
Kauf: Taschenbuch Verlag - Amazon - eBook Verlag - Amazon

Inhalt

»Es gibt Reisen, die wir niemals unternehmen wollten. Und dennoch treten wir sie an, weil es der einzige Weg ist, um zu überleben. Dies ist meine Reise.«

Samar muss mit ihrer Familie aus dem gelben Haus mit dem Mandelbaum in Kabul flüchten. Mit ihren Eltern und Geschwistern kommt sie in ein Dorf im Hindukusch. Doch auch dort bricht der Schrecken ein, der für Samar jetzt plötzlich ein Gesicht bekommt: Die Taliban überfallen das Dorf. Samars Familie bleibt nur ein Ausweg: über die Grenzen hinaus zu fliehen, das Land zu verlassen. Wird Samar jemals in der Freiheit ankommen?



Meine Meinung

Allgemein

Emotional bewegend und nachdenklich stimmend.
Dieses Buch hat mich auf viele Arten tief berührt. War ich am Anfang noch unsicher, was ich von der Geschichte halten soll, da einfach sehr viel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gesprungen wurde und ich das definitiv nicht erwartet hätte, so war ich am Ende unsicher, warum meine Gefühle so wirr sind.
Seite um Seite hatte dieses Buch Wendungen, Botschaften und bittere Realität zu bieten. Immer ein wenig mehr.
In der Geschichte wird ein schon lange aktueller Aspekt besprochen: Die Flucht aus dem Krieg. Dieses Buch verbindet hierbei verschiedene Szenarien, die passieren können. Vermutlich nicht alle einer Person, aber trotzdem erlebt man sie auf einer kurzweiligen, aber erschütternder Ebene.
In der Mitte des Buches befand sich bereits der Höhepunkt, welcher die ganze Situation noch einmal um 180 Grad wendet. Ab dort gibt es nichts mehr, was diese Situation überbieten könnte, doch ab diesem Punkt war ich so im Trance von den Geschehnissen, dass ich wie durch einen Nebel das Buch weiterlesen musste. Dieser Effekt könnte vielleicht verloren gehen, wenn man danach pausiert.
Die Geschehnisse wecken einen auf, aus der heilen Welt in der wir wohnen. Es erläutert unleugbare Realitäten. Auch wenn ich persönlich vieles schon wusste, so fand die Geschichte anklang und bewegte etwas in mir und meinen Gedanken. Für Leute, die sich intensiv mit dem Thema Flucht beschäftigen, ist es wahrscheinlich nicht ganz so emotional, da doch vieles sachlich bleibt.
Das Ende lässt viele Fragen offen und endet an einem Wendepunkt in dem Leben der Protagonistin. Natürlich wünsche ich mir Antworten auf zahlreiche zurückgebliebene Fragen, doch spiegelt das Ende die Realität wieder: Viele Menschen bekommen diese Antworten in ihrem eigenen Leben selbst nicht.

Charaktere

Obwohl die Charaktere recht oberflächlich bleiben, wirken sie ausgefeilt. Jeder bekommt eine eigene Geschichte, durch die man sich erinnern kann. Jeder entwickelt sich. Und doch bleiben sie alle eine Person unter vielen. Es wirkt, als wären sie für sich untereinander einzigartig.
Es wird deutlich, dass jeder Mensch ein Geheimnis in sich trägt. Dieser trägt er sein ganzes Leben lang mit sich. Wie so schön Stephen King bereits schrieb: "Der Acker eines Mannes ist steiniger."

Schreibstil & Sichtweise

Zuerst war der Schreibstil gewöhnungsbedürftig. Er bleibt recht sachlich und oberflächlich. Doch genau diese Kürze und Neutralität lässt die Szenen realer und eindrucksvoller werden. Liebe zum Detail ist hier definitiv fehl am Platz. Wenn ein Detail wichtig ist, so sticht dieses durch die Einzigartigkeit doppelt hervor.
Besondere Wörter der Kultur (Baba, Patu, ...) erschaffen eine zusätzliche Atmosphäre
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Samar.

Cover & Titel

Ein Mädchen, welches durch eine karge Landschaft läuft. Durch den Blick nach hinten wirkt dieses, als würde es sich gehetzt umblicken und fliehen, was passend zum Inhalt wäre. Doch leider macht das Bändchen in ihrer Hand diesen Eindruck kaputt. Es wirkt mehr, als würde sie tanzen. Gepaart mit Titel wirkt das Cover eher heiter, trotz kargem Hintergrund und schwarzer Schattierung der Coverperson.
Auch mit dem Titel kann ich mich nicht so sehr anfreunden. Manche lassen Träume in den Himmel steigen als positives Zeichen, hier ist es wohl eher in dem Sinne des Verlustes. Für mich wirkt alles zu heiter, im Gegensatz zum Inhalt.

Zitat

" >Ich wollte nur vergessen.< 
<Das will ich auch.> 
Fürs Vergessen ist es zu spät." 
- Seite 298

Fazit

Ein sehr emotionales Buch, welches einem zum nachdenken anregt und zusätzlich über die Welt der Flüchtlinge aufklärt. Ungeahnte Wendungen und eine bittere Realität.