Samstag, 23. September 2017

[Rezension] Britta Strauß - Sturmherz

Verlag: Drachenmond
Reihe: Einzelband
Seiten: 352
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Maris Sehnsucht nach dem Meer wächst von Tag zu Tag. Immer wieder träumt sie sich in eine Welt voller Wunder und Freiheit, bis sie in einer eisigen Winternacht erkennt, welche Geheimnisse der Ozean tatsächlich verbirgt. Man sagt, es gäbe Seehunde, die ihre Tiergestalt ablegen und zu Menschen werden. Man sagt, sie seien ebenso kaltherzig wie verführerisch. Nur ein Märchen für kalte Winterabende? Während Mari die Wahrheit hinter einer uralten Legende aufdeckt, entspinnt sich eine Liebesgeschichte, wie sie magischer nicht sein könnte. Doch die Gier eines gnadenlosen Feindes droht alles zu zerstören.

Meine Meinung

Geschichte

Selkies. Erstmal war ich verwirrt. Noch nie zuvor hatte ich von diesen Wesen gehört, obwohl ich fast ausnahmslos im Fantasy-Bereich lese. Der erste positive Faktor. Eine Geschichte, die nicht wie die anderen ist. Die mit einer neuen Idee aufwarten kann und noch dazu alte Mythen aufgreift.
Am Anfang war ich mir noch unsicher, wohin die Geschichte führen soll. Doch Seite um Seite wurde dies klarer. Das ganze Buch war eine einzige Herausforderung meiner Nerven. Ein Schicksal nach dem nächsten. Spannung, Seite über Seite. Ich konnte das Buch gar nicht mehr beiseite legen.
Vollkommen in den Bann wurde ich auch von der Liebesgeschichte gezogen. Normalerweise bin ich jeder Liebe abgeneigt, die von heute auf morgen zu wachsen schien. Doch hier war es komischerweise okay. Nein, geradezu perfekt. Ich verlor mich im Sog der Zuneigung, liebte die Charaktere mit jeder Seite mehr. Ich wollte sie gar nicht mehr gehen lassen.
Überrascht hat mich auch das Gefühl, was über dem Buch lag. Ich fühlte mich beim lesen etwas melancholisch, etwas bedrückt. Irgendetwas drückte auf meine Brust und ließ mich die Geschichte mitleben. Ich war mittendrin.
Das Ende besteht aus einer Art Doppelfinale. Es passieren zwei große Szenen, die beide unglaublich viel Spannung ließen. Obwohl Szenen teilweise gar nicht überraschend kamen und vorhersehbar waren, war ich dennoch geschockt, fieberte und bangte mit den Charakteren.
Die zweite Hälfte des Finales hatte mich dann mit seinen Fangzähnen geschnappt. War ich am Anfang noch dabei meine Tränen zurück zu blinzeln, so konnte ich am Ende die ein oder andere nicht mehr halten. Ich habe die Autorin verflucht, für das Gefühlswirrwarr, welches sie angerichtet hat, doch gleichzeitig war das Ende perfekt für mich.

Charaktere

Die Geschichte besticht mit starken Charakteren, die ich mit jeder Seite mehr lieben konnte.
Die Protagonistin Mari wirkt am Anfang schüchtern und unerfahren. Doch sie hat ein gutes Herz und weiß ihre positiven Gedanken nur nicht zu ordnen. Mit der Zeit durchlebt sie eine Entwicklung, die mir sehr gefiel. Sie änderte sich nicht von der schüchternen, zur komplett starken Figur, sondern endete in einer perfekten Mischung aus beidem. Sie gewann Selbstvertrauen.
Auch Louan gefiel mir sehr gut. Den Scharm, den er auf Mari ausübte, konnte er auch auf mich wirken. Ich fühlte, wenn er seine Kräfte einsetzte und fühlte seinen inneren Schmerz und auch Begierde.
Auch Nebencharaktere wachsen einem hier schnell ans Herz. Die Autorin weiß genau, was sie schreiben muss, um für jeden das passende Gefühl herzuzaubern.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war magisch. Mit jeder Seite wurde ich mehr verzaubert und konnte mich gar nicht mehr lösen. Ich wurde in den Bann der Wörter genommen, lebte sie, fühlte sie. Sie lösten Emotionen in mir aus. Die Worte waren immer perfekt gewählt, ließen mich nie straucheln und nahmen mich mit in die Welt der Selkies.
Geschrieben wurde das Buch aus verschiedenen Sichten. Einmal aus den Sichten von Louan und Mari aus der Ich-Perspektive. Und dann aus den Sichten der Forscher in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover fängt den magischen Hauch der See, der Selkiemythen ein. Man sieht den Vollmond, der eine wichtige Rolle spielt und das Meer, wie es sich vom Mond getrieben bewegt. Im Vordergrund ist Mari, mit einem entschlossenen Blick. Trotz Mensch auf dem Cover, mag ich es. Auch passt es inhaltlich gut zum Buch.
Als Sturmherz könnten die vielen Gefühle und die Abenteuer gemeint sein, die das Buch "aufwühlen", als wäre es in einem Sturm. Ganz nach dem Motto "Die Ruhe vor dem Sturm."

Zitat


" >>Ein vernünftiges Geschöpf <<, befand er irritiert, >>braucht keine Gesetze. Es weiß von Natur aus, was gut und was schlecht ist.<< 
- Position 3446 

Fazit

Dieses Buch konnte mich in allen Facetten überzeugen. Es hat einen spannenden Plot, tolle Charaktere und die Worte spielten mit meinen Gefühlen. Definitiv nun mein Drachenmond-Liebling, der mich dazu motiviert, gleich alle Bücher der Autorin zu kaufen.


Hier noch der Trailer der Website, den meiner Meinung nach richtig gut gelungen ist. Alleine der Trailer verkörpert schon, wie mystisch das Buch ist! 


Donnerstag, 14. September 2017

[Rezension] Alia Cruz - Isle of Gods, Die Kinder von Atlantis

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Isle of Gods, Band 1
Seiten: 290
Kauf Verlag: eBook
Kauf Amazon: eBook

Inhalt 

Um sich selbst vor dem Aussterben zu bewahren, entsandten die griechischen Götter einst fünf direkte Nachkommen auf die versunkene Insel Atlantis. Dort sollten sie bis zu ihrem Erwachsenenalter ein behütetes Leben führen, um sich nach dem Eintreten ihrer göttlichen Fähigkeiten mit den Stärksten der Insel zu paaren und Kinder zu gebären. So lautet die Legende, die Isabel ein Leben lang begleitet hat. Sie ist eine der fünf Auserwählten, nun fast volljährig und immer noch ohne göttliche Eigenschaften. Sie lebt in Luxus und Überfluss, während die anderen Jugendlichen der Insel in Arenakämpfen ums Überleben und um die Hand eines der Götterkinder ringen. Darunter auch der momentane Champion Quinn, der nichts von der Legende hält…


Meine Meinung

Geschichte

Götter und Atlantis. Machtvolle Wesen auf einer sagenumwobenen, mystischen Insel. Darum geht es in dem Buch "Isle of God." Doch so machtvoll sind diese Götter gar nicht. Der Glaube an sie schwindet mit jedem Tag mehr und ein Notfallplan muss geschmiedet werden. Somit stranden die Kinder von Atlantis auf der Insel und sind von nun an hart umkämpft.
Am Anfang konnte ich mich sehr für die Idee begeistern. Zu Beginn merkt man, dass es in dem Buch um alle Gottheiten geht. Das diese nicht alle aufgezählt werden können ist logisch, doch ich fand es erfrischend, dass nicht immer nur die griechischen Helden im Vordergrund stehen. Mir gefiel der Einstieg, man las von den Göttern, sowie den Kindern.
Doch dann folgten einige Kapitel, in denen ich mit mir selbst kämpfen musste, überhaupt weiter zu lesen. Die Kinder von Atlantis sind Nachkommen der Götter und entfalten deswegen zum achtzehnten Geburtstag besondere Fähigkeiten. Allerdings weiß keiner so genau, wann diese geboren sind. Zur Insel wurden sie geschickt in einem Alter von bis zu zwei Jahren. Komischerweise bekommen die Kinder aber alle ihre Fähigkeiten in einem Zeitraum von zwei, drei Tagen. Allen voran die Protagonistin, die schon nach wenigen Seiten ihre Kräfte entfaltete und sie nach noch weniger Seiten schon meisterte. Ich möchte gar nicht davon anfangen, dass sie innerhalb dieser wenigen Seiten sich auch unsterblich verliebt hat.
Zu schnell. Alles viel zu schnell.
Trotzdem gab ich mir einen Ruck, sah über diesen Logikfehler hinweg, der auch nie aufgeklärt wurde und las weiter. Zum Glück! Nachdem ich die schwächliche Anfangsphase überwunden habe, ging es bergauf. Die Situationen wurden endlich ausgeweitet, näher erläutert. Szenen wurden spannender, es gab mehr Action und auch Intrigen.
Vor allem das Finale war ganz nach meinem Geschmack. Mehrere kleine Szenen in einer großen. Kämpfe, unerwartete - aber nicht überraschende - Wendungen und ein relativ abgeschlossener erster Band, der zwar auf einen zweiten hinweist, doch ohne schlimmen Cliffhanger.
Dennoch muss ich sagen, dass die meisten Szenen im Buch vorhersehbar waren. Selbst die Geschehnisse um das große Finale konnten mich nicht überraschen oder mir einen Schock-Moment geben. Eher ein Nick-Moment, wenn sich meine Vermutungen bestätigten.

Charaktere

Auf der einen Seite haben wir die Götter, die im Olymp noch wirken, wie man sie aus anderen Geschichten und Mythologien kennt. Sie sind recht selbst fixiert und wollen ihre Macht um keinen Preis von sich geben. Auch die Wortwahl gefiel mir zu dem Zeitpunkt noch.
Dann haben wir die Götterkinder und Quinn. Eigentlich konnte ich mich kaum in die Götterkinder hineinzuversetzen. Im Buch wird beschrieben, welche Entwicklung diese während des Buches durchlaufen, doch davon merken konnte ich nicht viel. Das lag wohl daran, dass ich einfach nicht genug Zeit hatte, um auch die Geschwister der Protagonistin Isabel kennen zu lernen.
Isabel an sich schien mir ein Mauerblümchen zu sein. Sie bietet selten Kontra und wenn sie es tut, lenkt sie schnell ein. Ihre Denkweise wirkte ein wenig kindlich.
Quinn hingegen schien etwas erwachsener. Seine Gedanken sind abgehärtet von seiner herben Vergangenheit. Doch trotzdem steckt ein weicher Kern in ihnen.
Womit ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte waren "Die Ältesten." Normalerweise stelle ich mir unter den "Ältesten" Menschen vor, die eine Menge Lebenserfahrung hinter sich haben, weise Entscheidungen treffen und eher andere Leute täuschen, anstatt selbst getäuscht zu werden. Doch in diesem Buch sind die Ältesten, gelinde gesagt, dumm. Sie fallen schnell auf Tricks rein und plappern ihre Gedanken laut aus, wie kleine Teenager.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil gefiel mir soweit sehr gut. Wären die Geschehnisse ein nicht so negativer Punkt, hätte mir das Buch durch den Schreibstil viele schöne Stunden bescheren können. Teilweise konnte er mich dennoch packen.
Geschrieben wurde das Buch in erster Linie aus der Sicht von der Göttertochter Isabel in der dritten Person. Doch teilweise gab es auch Kapitel aus der Sicht der Götter selbst.

Cover & Titel

Das Cover ist eine Augenweide, ich liebe es. Es wirkt einfach so exotisch und hat richtig schöne Farben. Alles wirkt, wie ein Traumurlaub auf einer Insel. Meiner Meinung nach passend zu Atlantis. Auch die Coverperson finde ich passend zu Isabel gewählt.
Der Obertitel "Isle of Gods" trifft es allgemein sehr gut und spoilert auch nicht. Ebenso gut gewählt ist der Untertitel "Die Kinder von Atlantis." Obwohl er nicht spezifisch auf einen Aspekt im Buch eingeht und sich von vorne herein erschließen lässt, trifft er dennoch den Kern.

Zitat

"Nur weil du etwas nicht willst, heißt es nicht, dass es nicht geschehen wird."
- Position 442

Fazit

Ein Buch, welches mir durch die Idee und den Schreibstil viel Freude bereiten konnte. Dennoch hatte ich starke Schwierigkeiten durch die Schnelllebigkeit und die Vorhersehbarkeit des Buches. Definitiv werde ich noch nach dem nächsten Band greifen.


Sonntag, 10. September 2017

[Aktion] dmlc-Sonntag: Mein Lieblingsbuch aus dem Drachenmond Verlag



Huhu ihr Lieben! :)

Von der Drachenmond-Challenge aus, wird nun jeden Sonntag eine Frage gestellt, die ich beantworten kann.
Letzte Woche war die Frage, was mich überhaupt zum Bloggen gebracht hat. Wer darüber erfahren möchte, kann gerne auf meiner Facebook-Seite vorbei schauen!

Heutige Frage

"Was ist dein liebstes Buch aus dem Drachenmond Verlag und was ist der Grund?" 


Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr kritisch bin und Ideenvielfalt zu schätzen weiß. Mein Problem mit diesem Verlag ist, dass einfach unglaublich viel Potenzial herrscht, aber oft nicht genutzt wird. So bin ich im Gegensatz zu vielen anderen kein Fan der Reihe "Dreizehnte Fee" und finde auch "Rotkäppchen und der Hipster-Wolf" überhaupt nicht witzig.

Allerdings bin ich bei einem Buch total Mainstream: "Die Mondprinzessin."
Ich habe zwar noch nicht allzu viele Drachen gelesen, aber dieses Buch hat mich wirklich am Meisten bislang überzeugen können. Es hat einfach Spannung, ein tolles Setting, eine interessante Geschichte und ein realistisches Ende.


Hier noch ein paar andere Bücher aus dem Verlag, die ich empfehlen kann



Was sind eure liebste Drachen? 



Freitag, 1. September 2017

[Rezension] Sarah Ricchizzi - Einmal im Jahr für immer

Verlag: Selfpublish
Reihe: /
Seiten: 344
Kauf: eBook

Inhalt 

Was bedeutet eigentlich Leben?
Math ist tot.
Und Amelie Red fragt sich, weshalb sie noch weiterleben soll.
Wozu den Schein wahren, wenn der Tod so schwer auf ihr lastet?

In ihrer Trauer um ihren verstorbenen Ehemann, vergisst Amelie Red, wer sie einst gewesen ist und verliert sich in ihrer eigenen Gedankenwelt. Dann klopft ein Clown unerwartet an ihre Badezimmertür und sprengt ihr Leben mit Abenteuern, die sie nicht erleben will. Ein Clown lässt sich allerdings nicht so einfach ignorieren, schon gar nicht, wenn im eigenen Treppenhaus ein Regenbogen erscheint, eine Hüpfburg im Wohnzimmer thront und sie das Haus nicht mehr durch die Haustür, sondern durch ein Fenster betreten muss.


Meine Meinung

Geschichte

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Wie macht man weiter, nachdem der liebste Mensch nicht mehr am leben ist? Die Protagonistin Amelie Red weiß es nicht. Doch wer es weiß, ist der Clown, der plötzlich in ihrem Haus steht. Ohne Ankündigung.
Ein Thema, welches schwer auf der Brust liegt, gepaart mit Witz und Humor durch den Clown. Ein Buch, welches mit mir gespielt hat, wie mit einem Flummi. Auf und ab. Trauer und Freude.
Bereits am Anfang wird man mit der Härte und Emotionalität des Buches konfrontiert. Dabei ist alles so realitätsnah beschrieben, dass mein Herz nicht aufhören wollte, die Geschichte zu inhalieren. Meine Neugier war geweckt. Wohin möchte das Buch mich führen?
Daraufhin muss man einige Seiten lang stark bleiben. Durch emotionale Beschreibungen wird man, zusammen mit Amelie Red, in ein Loch aus Emotionen gezogen. Solange, bis der Clown auftaucht. Hier beginnt der auswegslose Kreis der Emotions-Achterbahn. Man möchte aussteigen, doch man kann es nicht. Man wird mitgerissen von der wilden Fahrt. Den untrüglich witzigen und einzigartigen Einfällen des Clowns.
Stück für Stück entwickelt sich Protagonistin Amelie und selten habe ich eine Veränderung eines Protagonisten so stark mitfühlen können. Es ist keine von-jetzt-auf-gleich-Veränderung, sondern verläuft über einen realistischen Zeitraum.
Fehlen dürfen natürlich nicht die Geheimnisse und Höhepunkte eines Buches. Dieser kam bei mir schon kurz nach der Hälfte. Und obwohl ich das Gefühl hatte, das Finale gelesen zu haben, so konnte ich nicht aufhören. So wollte ich unbedingt noch das Ende wissen. Und die Autorin fand immer wieder neue Informationen, die aufgedeckt werden wollten, neue Streiche des Clowns, die jeder mal gerne in der Realität nachmachen wollen würde.
Als ich dann dachte, dem Ende nahe zu sein, sprengt die Autorin mit einer Art Epilog meine Gefühlsgrenze. Innerhalb weniger Seiten zerriss sie mein Innerstes und ließ mich fassungslos zurück. Ich weine selten bei einem Buch, doch nun muss ich mich outen: Ich habe es getan. Das Ende hat mich komplett emotional aufgewühlt.
Doch mit Beendigung des Buches, fand ich keine Ruhe. Der Inhalt klang noch lange in mir nach. Es regte an, nachzudenken. Was ist passiert? Wie sieht es im richtigen Leben aus? Wie geht es Leuten wie Amelie und wie kann man ihnen helfen? Wie geht man mit Schmerzen um? Was bringt uns dazu zu leben?

Charaktere

In erster Linie liest man von Amelie und dem Clown.
Amelie's Emotionen sind das ganze Buch über präsent. Ihr Schmerz gerät nie in Vergessenheit und dieser Realismus lässt alle Emotionen nochmal lebendiger erscheinen. Mit Hilfe des Clowns entwickelt sie sich. Dabei gefiel mir sehr gut, wie langsam diese Entwicklung von statten ging. Oftmals liest man von einer 180 Grad Wendung, doch im richtigen Leben ist dem nicht so. Man entwickelt sich langsam. Mit den Situationen, die gerade passieren. Zudem gefiel mir Amelie's Art zurückzuschlagen. Der Clown provoziert sie oft, doch Amelie lässt sich nicht klein kriegen.
Der Clown war ein Charakter, den man auf lange Zeit noch vermissen wird. Er hat eine lockere, fröhliche Art, doch gleichzeitig hat man das Gefühl, dass er Amelie und einem selbst bis auf den Grund der Seele blicken kann. Ihn hat das Leben gezeichnet und genau das macht ihn so fröhlich. Er hat immer die passenden Worte und Aktionen gefunden

Schreibstil & Sichtweise

Selten nimmt mich ein Schreibstil emotional so mit. Selten lese ich ein Buch, welches so unzensiert, knallhart wahr ist. Dem Schreibstil ist eine Menge zu verdanken. Hier wurden Gedanken und Gefühle perfekt formuliert, die für viele schwer in Worte zu fassen sind. So perfekt, dass mir des Öfteren Tränen in die Augen stiegen und ich letzten Endes eingerollt, weinend auf dem Bett lag.
Geschrieben wurde das Buch aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers. In erster Linie werden Amelie's Gedanken und Gefühle beschrieben, doch zwischendurch wird kurz zu dem Clown abgeschweift.

Cover & Titel

Das Cover ist schlicht und doch sehr auffällig. Die blaue Farbe findet sowohl im Buch, als auch in der Bedeutung einen Platz. Blau ist die Farbe des Meeres, der mit vielen Tränen assoziiert werden kann. Die Farbe Blau entspannt und wirkt beruhigend. Den inneren Frieden finden. Sie kann die Unendlichkeit und auch Unsterblichkeit ausdrücken.
Auch den Titel finde ich schön gewählt. Zwar findet er im Buch nur bedingt anklang, war aber dann in wenigen Situationen und im Gesamtwerk sehr wichtig.

Zitat

"Ihr war nicht bewusst gewesen, wie träge ich das Fundament ihres Lebens aufgebaut hatte, wenn ein paar Worte dazu bereit wären, es zu zerstören." 
- Position 2103

Fazit

Ein Buch, welches einen Wort für Wort immer mehr einnimmt und emotional komplett aufwühlt. Es ist tiefgründig, spricht ein weit verbreitetes Thema an und nimmt einen mit auf eine Reise der Selbstfindung. Absolut empfehlenswert. Tränen-Effekt garantiert!


Sonntag, 27. August 2017

[Rezension] Laura Labas - Ewigkeitsgefüge

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 310
Kauf Verlag: Taschenbuch 
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

In Arden Creek ist nichts so, wie es scheint. Wer des Nachts durch die Straßen wandert, findet sich schon bald in der tödlichen Umarmung eines Mordenox´ wieder. Eine Kreatur, die mit ledrigen schwarzen Flügeln vom Himmel hinabstürzt und ihre Zähne in das zarte Fleisch ihrer Opfer senkt.
Lydia Prescott gehört zu einem Clan, der um diese Gefahr weiß. Als Somna ist sie dazu in der Lage, die Wandlung von Menschen zu Mordenox zu verhindern. Obwohl ihre Gabe so wichtig ist, ist sie noch nicht bereit, sie einzusetzen.
Dann aber wird ihr Clan beinahe vollständig ausgelöscht und sie muss lernen, sich selbst zu vertrauen. Gejagt von ihrem Feind und hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Mächten in der Stadt, kämpft sie darum, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Bestimmung zu erfüllen.


Meine Meinung

Geschichte

Die Autorin Laura Labas versucht eine neue Welt in der unseren zu erschaffen. Prinzipiell ist alles, wie wir es kennen, nur das diese Welt drei Organisationen beiwohnen, die miteinander verbunden sind und miteinander die Dämonen dieser Welt bekämpfen.
Hierbei gefiel mir die Grundidee ganz gut, die jedoch nicht überraschend neu war: Es gibt Menschen, die die Opfer der Monster aufspüren und diejenigen, die die Monster bekämpfen. Diese verwandeln sich nur bei Nacht, abgesehen von einer speziellen Spezies.
Nachdem man Protagonistin Lydia bei alltäglichen Tätigkeiten beiwohnt, fängt ziemlich schnell die Spannung an. In dem Buch wird kein unnötiger Atem verschwendet und es kommt gleich zur Sache.Vielleicht ein wenig zu viel auf einmal, denn die Protagonistin Lydia wird von einer schlimmen Situation in die nächste befördert, ohne wirklich in einer zu Verweilen.
Zwischen diesem ersten und letzten Drittel baut sich langsam eine Geschichte auf. Ziemlich schnell erkennt man, worauf die Autorin hinaus möchte und sehr schnell lies sich auch der Ausgang der Geschichte erahnen. Wer steckt hinter den verschiedenen Personen? Wer hat Gute und wer hat Böse Absichten? Faktoren, die mich im Idealfall am Ende überraschen und nicht vorhersehbar sein sollten.
Trotz dieser Kritikpunkte gefiel mir das Buch gut und ich habe auf den Wow-Moment des Finales gewartet... der dann leider auf der Strecke blieb. Nebst dem Faktor, dass sich meine Vermutungen bestätigt haben, kam schlicht und ergreifend keine Spannung auf. Alles war gehetzt. Im einen Moment ist sie in größter Not, im anderen wohlbehalten. Im einen Moment sind zig Monster vor Ort und alle kämpfen um ihr Überleben, im anderen löst die Protagonistin das Problem innerhalb kürzester Zeit, ohne unterbrochen zu werden. Obwohl sie von allen Seiten attackiert werden.

Charaktere

Während der 300 Seiten war es mir kaum möglich eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Denn alle Gefühle, die mir als Leser hoch kamen, wurden durch verschiedene Situationen zu nichte gemacht.
Protector Ace war mir vom ersten Moment an suspekt und auch, wenn ich nicht an dem Guten in ihm zweifelte, so mochte ich seine Art und Weise nicht. Diese war - wie bei fast allen Charakteren - recht unbedeutend. Man bekommt relativ wenig von den Charaktereigenschaften mit.
Das Einzige was mir auffiel war, dass beide Männer in der Geschichte hin und wieder Minderwertigkeitskomplexe bekamen und dann Probleme auftauchten, die mich genervt haben.
Auch Lydia war nicht hilfreich. Sie war unausgebildet und hat während des Buches auch keine Ausbildung vollzogen. Nach Beendigung des Buches bin ich mir unsicher, was sie überhaupt geleistet hat. Sie hat weder Dinge logisch kombiniert, noch wirklich gekämpft und sich lieber unüberlegt in Schwierigkeiten gebracht.

Schreibstil & Sichtweise

Von Beginn an kam mir die Szenerie sehr düster vor. Die Namensgebung, die Beschreibung des Umfeldes, die Monster, sie alle sorgten für eine gedrückte Stimmung, während es ganzen Buches. Trotzdem war der Schreibstil sehr leicht und locker zu lesen. Ich fand mich in einem flüssigen Lesetempo, das jedoch nicht die äußerste Spannung aus mir herauskitzeln konnte.
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Lydia.

Cover & Titel

Das Cover ist wirklich ein Schmuckstück. In der Mitte sieht man den Kreis, der wichtig für das Ewigkeitsgefüge ist und eine wichtige Rolle in dem Buch einnimmt. Auch die Kerzen sind nicht nur zur Deko abgebildet. Die Flammen bilden einen mystischen Kontrast zu dem eiskalten Blau.
Was das Ewigkeitsgefüge ist, wird bereits im Prolog geklärt. Danach findet es großteils keine Erwähnung mehr, bis es zum Finale kommt. Passend, kreativ und einzigartig.

Zitat

"Für ihn gab es nur noch zwei Möglichkeiten. Du hast für ihn entschieden, weil er zu schwach war, es selbst zu tun. Gib dir nicht die Schuld für deine eigene Stärke."
- Seite 90

Fazit

Ein Buch, welches großteils eine düstere Stimmung vermittelte und von Moment zu Moment sprang. das Ende war ziemlich schnell vorhersehbar. Dennoch konnte mich die erste Hälfte gut unterhalten, bis das Finale einiges eingebüßt hat.


Samstag, 26. August 2017

[Rezension] Anika Lorenz - In der Liebe ein Mensch

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Heart against Soul, Band 6 von 6
Seiten: 307
Kauf Verlag: eBook
Kauf Amazon: eBook

Inhalt 

Emmas größter Wunsch scheint endlich in Erfüllung zu gehen. Sie und Nate kommen sich wieder näher und Emma genießt die Zweisamkeit mit ihm in vollen Zügen. Der Wolf ihres Herzens ist wie ausgewechselt: stark, überschwänglich gut gelaunt und voller Selbstvertrauen. Aber Emma muss bald erkennen, dass zum neuen Nate auch Seiten gehören, die alles andere als sympathisch sind. Ihr wird bewusst, dass sie ihn noch viel besser kennenlernen muss, um ihn wirklich verstehen zu können. Doch Emmas Aufgabe lässt das nicht zu, denn plötzlich häufen sich die Nachrichten von monströsen Tieren, die Menschen angreifen. Bestien, die nur Gestaltwandler sein können…

Meine Meinung

Geschichte

Lange hat mich diese Reihe begleitet und nun habe ich endlich den finalen Band gelesen. Kurz nach Erscheinung habe ich es angefangen, doch nach 40% erstmal beiseite gelegt, da es mich nur mäßig packen konnte. Nun konnte ich es beenden und meine Meinung ist zwiegespalten.
Die Geschichte an sich war wirklich gut. Abwechslungsreich, spannende und auswegslos erscheinende Situationen, rücksichtslos. Ich liebe es, wenn ein Autor die Charaktere nicht zimperlich anfasst. Es tut im Herzen weh, wenn ihnen etwas zustößt, aber es lässt die Welt realistischer erscheinen. Und dem war auch hier so.
Gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass die Szenen immer kürzer wurden. Das Finale spielte an verschiedenen Orten, hintereinander und so war die Protagonistin Emma immer in Bewegung. Das machte die ganze Situation kurzlebig. Man kam in keiner Situation so richtig an, da sie sich immer wieder änderte. Möglich wäre dies definitiv durch mehr Seiten geworden, damit der Leser mehr Zeit zum Einleben gehabt hätte.

Charaktere

Mit den Charakteren hatte ich so meine Schwierigkeiten.
Die Protagonistin Emma wird statt immer weiser immer naiver. Sie redet mit ihrem Gefangenen, als wäre es ihr bester Freund, flüstert Freunden leise zu, wenn sie etwas nicht böse meint, aber autoritär wirken muss. Durch ihre Partnerschaftsgefühle sprüht sie dann zwischendurch noch voller Erregung. Ich dachte, ich habe einen Teenie vor mir, der noch nicht den ernst der Lage verstanden hat.
Auch Nate wurde mir komplett genommen. Während der Bücher wurde er mir immer unsympathischer, was auch an dem Vergleich zu Liam lag. Vor allem durch die Geschichte, konnte man nicht anders, als ihn nicht zu mögen, was auch PARTweise bestimmt gewollt war. Doch leider brachen bei mir jegliche positiven Gefühlsregungen zu ihm ein.
Allgemein wirkten nur wenige Charaktere erwachsen auf mich und das waren meistens die, die nicht im Vordergrund standen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist wohl leider genau der eine Faktor, der mich komplett aus der Bahn geworfen hat. Mag die Geschichte auch noch so spannend gewesen sein, ich stolperte immer wieder über Satzkonstruktionen und Wortwahlen. Die Situationen wirkten teilweise überzogen, unnatürlich, inszeniert. In den ersten Büchern der Reihe war dieser Schreibstil noch sehr ausgereift und gefiel mir wirklich gut.
Geschrieben wurde das Buch aus der Ich-Perspektive von Emma.

Cover & Titel

Statt eines Tieres mit Emma sieht man auf dem finalen Band diesmal Nate und Emma. Es ist schön gestaltet und passt auch inhaltlich sehr gut. Einen Ticken zu gut. Es spoilert die Geschichte.
Zusammen mit dem Titel ist der Spoiler perfekt. Zum Glück basiert nicht die ganze Geschichte darauf. Letzten Endes zählt die Liebe jeglicher Art und das finde ich sehr schön.

Zitat

"Ihr Menschen seid komisch, obwohl ihr alles habt, seid ihr immer noch unzufrieden." 
- Position 2384

Fazit

Eine wirklich einfallsreiche und packende Geschichte, die mich leider wegen des Schreibstils nicht erreichen konnte.



Donnerstag, 24. August 2017

[Rezension] Jennifer Wellen - Lost in Pain, Zurück zu dir

Verlag: digital publisher
Reihe: /
Seiten: 336
Kauf Verlag: Kindle 
Kauf Amazon: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Als Catlin O'Donnely Post mit einem Hinweis auf den Verbleib ihrer leiblichen Mutter erhält, will sie sofort dorthin. Die Frage ist nur wie? Weder hat sie ein Auto noch einen Führerschein und leidet zudem an Klaustrophobie. Somit bleibt ihr nur eines übrig - ihren einzigen Freund aus ihrer Vergangenheit im Waisenhaus um Hilfe zu fragen.
Doch der Trip quer durch die USA wird für sie und Nick zu einer Flucht ins Ungewisse. Nick drangt auf Antworten, warum Catlin damals aus dem Waisenhaus geflohen ist. Zudem werden sie von einem alten Bekannten von Catlin verfolgt, der etwas Wertvolles wiederhaben möchte, was Catlin ihm gestohlen hat. Denn sie ist nicht umsonst was sie heute ist - eine einsame, unstete Beischlafdiebin. Meile für Meile nähern die beiden sich somit der Wahrheit. Der Wahrheit, die ihr beider Leben verändern wird ...

Meine Meinung

Geschichte

Am Anfang war ich begeistert. Der Einstieg viel leicht, war vielversprechend. Das ganze Buch über begleiten einen die Ängste, Phobien und das Trauma der Protagonistin. Es fing an, als eine Geschichte, die so anders sein sollte, als alle bisherigen die ich kenne.
Doch dann entpuppte sich der Roman doch noch als altbekannt. Die Geschichte des Waisenkindes geht aus, wie in den meisten Fällen und die Protagonistin turtelt um ihren Schwarm herum, so wie er um sie, beide wissen was sie wollen, aber beide blocken ab. Sowas empfinde ich oft einfach nur als anstrengend.
Zudem wurden die Kapitel oft abgeschnitten, wenn es gerade interessant wurde. Ich hätte gerne mehr über einige Situationen erfahren, durfte aber nicht.
Dennoch war das Buch gespickt mit viel Spannung. Durch die Verfolgung nimmt es ein ganz neues Level an. Man bang um die Protagonistin, die nichts weiß, aber man als Leser schon. Das macht es immer wieder spannend.
Dazu kommt die süße, liebevolle Tiergeschichte, die mit eingebunden wurde und perfekt in die Geschehnisse gepasst hat.

Charaktere

Die Protagonistin Catlin wirkt am Anfang eher etwas distanziert, reserviert. Mit der Zeit lernt man ihr wahres Ich kennen. Zu jeder Person ist sie anders und mir gefiel, wie ihre Fassaden deutlich wurden.
Schön fand ich vor allem ihre Beziehung zu ihrem alten Freund Nick. Durch verschiedene Perspektiven erlebt man, wie er sie wahrnimmt und das hebt sich nochmal von meiner Meinung als Leser ab.
Insgesamt gefielen mir die Charaktere sehr gut. Sie waren bunt gemischt, brachten Humor, Spannung und schöne Momente. Zudem waren die Entwicklungen alles gut erkennbar.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil verändert sich je nach Perspektive, Situation und Zeit. So wird aus der Sicht des "alten Bekannten" ein etwas rauerer Schreibstil benutzt, der sehr gut gepasst hat, mir aber ab der Mitte des Buches etwas zu viel wurde.
Nick ist der liebe, kleine Junge mit einem großen Herz, das erkennt man, wenn man aus seiner Sicht liest und vor allem Catlins Ängste sind sehr mitfühlend beschrieben.
Geschrieben ist das Buch in der dritten Person aus den Sichten von Catlin, Nick und dem "Unbekannten".

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir sehr. Mein Fokus liegt sofort auf der Straße mit der schönen Sonne. Die Straße steht für einen langen Weg, den jeder gehen muss und natürlich auch für inhaltliche Geschehnisse. Oben sieht man Nick und Catlin. Catlin wird immer als pure Schönheit im Buch beschrieben und mich freut es, dass sie so natürlich auf dem Cover wirkt. Sie wirkt friedlich, in sich gekehrt und strahlt eine persönliche Schönheit aus. Und Nick ist sowieso ein Schnuckel.

Zitat

"Catlin wurde schlecht. Sie hatte das Gefühl, das Dach des Busses würde immer näher kommen und sie erdrücken. Abrupt stand sie auf und griff japsend zu ihrer Tasche. Keine Sekunde länger hielt sie es hier drin mehr aus." 

Fazit

Ein Buch, welches die erste Hälfte sehr vielversprechend war. Tiefgründige Gefühle, interessante Geschichte. Doch gegen Ende wurde alles ein wenig zu klischeehaft. Der Ausging ihrer Identitätssuche, die Liebesgeschichte. Das nahm mir zu sehr die Fahrt.